Nadine Kabbani & Robert Lipski, George Mason University, Inova Health System, Annandale, USA

Die Rolle des Alpha 7 Nikotin Acetylcholin Rezeptors bei der Erholung nach Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2013, 2014, 2015


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Problem: Die Entzündungsreaktion im Gewebe verursacht einen sekundären Gewebeschaden

Ansatz: Der Alpha 7 Nikotin Acetylcholin Rezeptor, der eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Entzündungsreaktion spielt

Ziel: Entwicklung einer neuroprotektiven (anti-entzündlichen )Therapie  unter Einbeziehung von genetischen Vorhersageparametern

Eine Rückenmarksverletzung hat eine schwere Gewebeschädigung mit Funktionsverlust zur Folge: es gehen Nervenzellen zugrunde, Nervenfasern werden zerrissen und es kommt zu einer Zerstörung von Gewebestrukturen wie z.B. Blutgefäßen, die gefolgt ist von einer Aktivierung von Immunzellen und einer Kaskade von Gewebereaktionen (Entzündungsreaktion).

Diese  Entzündungsantwort  ist einer der hauptsächlichen Faktoren für die sogenannte „Sekundärschädigung“, die zu einem zusätzlichen Gewebeschaden  und Funktionsverlust führt.

Ein komplexes Zusammenspiel von aktivierten Immunzellen und sogenannten Zytokinen, Substanzen die von diesen Zellen ausgeschüttet werden, tragen zu der Sekundärschädigung bei.  Angriffspunkte für die Zytokine in den Zellen sind bestimmte Rezeptoren. Der Alpha 7 Nikotin Acetylcholin Rezeptor, α7nAChR, spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Entzündungsreaktion. Studien belegen, dass eine pharmakologische Blockierung dieses Rezeptors die Entzündungsreaktion fördert, eine Stimulierung dieses Rezeptors die Entzündungsreaktionen abschwächt. Neben der Entzündungsreaktion scheint dieser Rezeptor noch andere neuronale Funktionen zu beeinflussen und während der Entwicklung eine Rolle beim Axonwachstum zu spielen.

Basierend auf diesen Vordaten will dieses Projekt

  • zeigen, dass der Alpha 7 Nikotin Acetylcholin Rezeptor durch seine anti-entzündliche Wirkung und seine regenerationsfördernden Eigenschaften zu einer besseren Erholung nach Rückenmarksverletzung beiträgt

Die Ausprägung des Rezeptors ist beim Menschen durch einen genetischen Polymorphismus gesteuert.

  • In einer parallel durchgeführten klinischen Studie wird die Ausprägung des Rezeptors bei Patienten bestimmt. Es wird außerdem untersucht, wie die genetische Ausprägung mit der klinischen Erholung der Patienten korreliert.

Das Projekt soll zur neuroprotektiven Therapie bei rückenmarksverletzten Patienten mit Blick auf den patientenspezifischen genetischen Hintergrund beitragen.