Veerle Somers, Hasselt University, Biomedical Research Institute, , Belgien

Das BAFF/APRIL System, eine Familie von Zytokinen, als Auslöser einer B Zell basierten Autoimmunreaktion nach Rückenmarksverletzung

Gefördert in: 2017, 2018, 2019


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Problem: Die Aktivierung von B Zellen (Lymphozyten) verschlimmern die Sekundärschädigung

Ansatzpunkt: Zytokine (BAFF/APRIL), die bei der Aktivierung der B Zellen eine Rolle spielen

Zielsetzung: Therapieoption bei Rückenmarksverletzung durch Hemmung der Aktivierung von B Zellen

 

B Zellen sind Immunzellen und gehören zu der Gruppe der Lymphozyten. Sie erkennen und binden Antigene mit Hilfe spezifischer Rezeptoren, werde aktiviert und reifen zu sogenannten Plasmazellen heran, die dann große Mengen von Antikörpern bilden. Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass B Zellen durch eine Rückenmarksverletzung aktiviert werden und durch die Produktion von pathologischen Autoantiköpern (Antikörper gegen körpereigne Strukturen) zu der Sekundärschädigung des Nervengewebes beitragen. Es ist bisher nicht bekannt, wie die Antikörperantwort ausgelöst wird, aber vorläufige Befunde weisen darauf hin, dass die Zytokine BAFF (B Zell aktivierender Faktor) und APRIL ((a proliferation-inducing ligand) involviert sind.

 

Das Projekt will klären,

·   wie häufig Autoantiköper bei rückenmarkverletzten Patienten vorkommen

·   in welchem Ausmaß BAFF/APRIL bei rückenmarksverletzten Patienten aktiviert wird und

·   inwieweit dies mit der Produktion von Autoantikörpern korreliert.

Wie das BAFF/APRIL System zu der Produktion von Autoantikörpern und zu der anomalen B Zellfunktion bei rückenmarksverletzten Patienten beiträgt wird in einem in vitro Screening System untersucht. In einem experimentellen Rückenmarksmodell wird dann der Frage nachgegangen, ob das BAFF/APRIL System die Autoantiköperreaktion verstärkt und eine Hemmung dieses Systems therapeutischen Wert hätte.

Die Ergebnisse werden zeigen, ob das BAFF/APRIL System eine pathologische Autoantikörperantwort nach Rückenmarksverletzung auslöst und ob dessen Blockierung eine neue und wirkungsvolle Therapieoption darstellt.