Wussten Sie, dass...


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Querschnittverletzte Menschen Probleme mit der Blase haben? 

 

Starke Kopfschmerzen. Gänsehaut. Kalter Schweiß. Alles alarmierende Signale, dass in meinem Körper etwas nicht stimmt. Vor kurzem überkamen mich genau diese Anzeichen. Als ich meinen Harnbeutel kontrollierte, wusste ich auch warum. Er war leer, offenbar hatte der Schlauch einen Knick und mein Harn konnte nicht mehr abfließen. Für mich eine Notsituation!

Aber von vorne: Trinkt man zum Beispiel ein Glas Fruchtsaft, gelangt dieses zunächst in den Magen und anschließend über den Darmtrakt in unser Blut. Das Blut wiederum wird von unseren Nieren gefiltert. Jene Substanzen, die der Organismus benötigt, bleiben im Körper. Abfallprodukte dagegen enden als Urin in unserer Blase. Ab einer gewissen Füllmenge meldet sich bei uns das dringende Bedürfnis nach einer Toilette.

Normalerweise jedenfalls. Querschnittsverletzte spüren das Signal „volle Blase“ nicht oder in einer anderen Form. Wir bekommen Kopfschmerzen oder Gänsehaut. Ignorieren wir diese Warnungen, staut sich der Harn bis in die Nieren. Die möglichen Folgen: Nierenversagen, eine Vergiftung des Körpers und steigender Blutdruck. Letzteres kann im Extremfall sogar zu einem Gehirnschlag führen.

Als Betroffener verliert man meist die Kontrolle über jenen Muskel, der die Blase verschließt. Menschen mit einer schlaffen Lähmung zum Beispiel können den Urin nicht halten und spüren den Abgang nicht einmal. Bei einer spastischen Blasenlähmung wiederum läuft ohne mechanisches Eingreifen oder Hilfsmittel wie Katheterisieren gar kein Urin ab. Hinzu kommt ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Wie man sich vorstellen kann, beeinträchtigen diese Probleme uns Betroffene sehr. Wir müssen ständig überlegen, wie viel wir wann trinken und die Entleerung der Blase in unser tägliches Leben einplanen.

Wolfgang Illek ist Partnerships und Event Manager bei Wings for Life.