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Wussten Sie, dass ...


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ein Druckgeschwür lebensbedrohlich sein kann? Unser Kollege Wolfgang Illek ist Tetraplegiker und erklärt die Hintergründe.  

Während draußen feinstes Badewetter herrschte, musste ich im Sommer 2008 sieben lange Wochen auf dem Bauch liegen. Alles fing mit der Rückkehr aus unserem Urlaub an. Die Heimfahrt aus Spanien dauerte Stunden – lange genug, um mir einen Dekubitus im Bereich des Steißbeins zuzuziehen.

Ein Dekubitus ist eine Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Ein solches Druckgeschwür entsteht dann, wenn Haut und Gewebe über einen längeren Zeitraum konstantem Druck ausgesetzt werden. Es kommt zu Durchblutungsstörungen, und die Zellen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. In der Folge werden sie geschädigt oder zerstört. Gerade als Tetraplegiker muss ich extrem aufpassen. Ich sitze die meiste Zeit, kann meine Arme nicht richtig bewegen und auch meine Körperposition nicht einfach verändern. Abgesehen davon spüre ich nicht einmal, wenn sich eine offene Hautstelle bildet.
Als ich meine Wunde bemerkte, ließ ich sie im Krankenhaus versorgen. Die anschließende Heilung dauerte ewig. Ich lag bei 31 Grad im Schatten im Bett und wartete, bis sich die Haut wieder erholte. Letzten Endes ist bei mir alles gut gegangen, aber das ist nicht selbstverständlich. Immerhin werden Dekubiti in vier unterschiedliche Schweregrade eingeteilt: von einer relativ harmlosen Hautrötung bis hin zum Absterben des verletzten Gewebes. Letztgenanntes kann zu Wunden führen, die so tief sind, dass sogar Knochen, Sehnen und Muskeln freiliegen. Eine offene Tür für Infektionen, die sogar zum Tod führen können. Ein trauriges Beispiel dafür ist der berühmte Schauspieler Christopher Reeve. Er starb an den Folgen eines Dekubitus.