Prof. Dr. Dr. Jan Schwab
Prof. Dr. Dr. Jan Schwab  © Romina Amato

Wings for Life Symposium 2012


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In bereits vierter Auflage veranstaltete die gemeinnützige Stiftung Wings for Life vergangene Woche in Salzburg ein international besetztes Symposium zum Thema Heilung von Querschnittslähmung. 35 Spitzenwissenschaftler renommierter Universitätskliniken und Forschungsinstitutionen wie Harvard, Yale oder der Charité Berlin stellten aktuelle Projekte und Ergebnisse aus verschiedenen Bereichen der Rückenmarksforschung vor.

„Unsere jährliche Konferenz dient in erster Linie dem Austausch von internationalem Expertenwissen“, sagte Prof. Dr. Ludwig Aigner, Stammzellforscher an der PMU Salzburg und Mitglied des wissenschaftlichen Direktoriums von Wings for Life. „Wir sorgen dafür, dass keiner den Weg doppelt gehen muss.“

Dem komplexen Krankheitsablauf einer Querschnittslähmung entsprechend spiegelten die Tagungsbeiträge ein breites Spektrum wider. Wings for Life geförderte Wissenschaftler und Gastsprecher referierten über Nervenfaserregeneration, Grundlagen der Neurorehabilitation, stammzellbasierte Therapieansätze und Maßnahmen zur Verminderung von Sekundärschädigung nach einer Rückenmarksverletzung. „Wir haben in den letzten Jahren ein enormes molekulares Wissen aufgebaut. Dieses gilt es zukünftig in die Klinik zu übersetzen“, fasste Prof. Dr. Dr. Jan Schwab von der Charité Berlin die jüngsten Entwicklungen auf dem komplexen medizinisch-wissenschaftlichen Gebiet zusammen.

Einen Schritt weiter ist man bereits bei der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten für akut rückenmarksverletzte Patienten. So zeigte eine Studie der Universität Calgary, dass bei rechtzeitiger Behandlung mit dem Medikament „Minocyclin“ zusätzliche Gewebeschäden deutlich verringert werden konnten. Die Folge: Den Patienten bleiben viel mehr Funktionen erhalten. „Schon jetzt ist die Chance sehr groß, dass man nach einer Rückenmarksverletzung dem Rollstuhl entgehen kann“, freute sich Stiftungsgründer Heinz Kinigadner.

Groß war das Interesse an einer offenen Fragestunde, in der das wissenschaftliche Direktorium von Wings for Life Betroffenen und Angehörigen für Fragen zur Verfügung stand. Ulrike Esslmaier, eine Betroffene aus Salzburg, die seit 2011 auf den Rollstuhl angewiesen ist, sagte zum Abschluss des Symposiums: „Die Ergebnisse geben mir wieder Hoffnung, an Reha-Maßnahmen dranzubleiben und den Körper auf Stand-by zu halten, bis eine Heilmethode gefunden wird.“

Detailinformationen zur Konferenz erhalten Sie in Kürze unter der Rubrik Scientific News

Fotocredit: Romina Amato