© Martin Lugger

So wichtig ist das Scientific Meeting


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Wissenschaftliche Konferenzen haben für Wissenschaftler eine enorme Wichtigkeit. Sie können dort anderen Experten die neuesten Ergebnisse vorstellen und so in einem frühen Stadium von deren Meinungen und Anregungen profitieren. Solche Meetings dienen damit als "inoffizielle Begutachtung" unter Kollegen und helfen, eine wissenschaftliche Arbeit weiterzuentwickeln und zu verbessern. Das macht sie zu einem wesentlichen Bestandteil des Wissenschaftsprozesses.

 (Martin Lugger )
© Martin Lugger

Das Wings for Life Scientific Meeting
Jedes Jahr im Mai treffen sich sämtliche von Wings for Life geförderten Wissenschaftler in Salzburg, um ihre wissenschaftlichen Fortschritte der Stiftung und auch anderen Kollegen zu präsentieren.
In diesem Jahr folgten knapp neunzig Teilnehmer aus neun Nationen (USA, Deutschland, Kanada, Schweiz, Großbritannien, Schweden, Niederlande, Österreich, Belgien) unserer Einladung.
Die Wissenschaftler und Kliniker diskutierten zwei Tage lang Aspekte einer Rückenmarksverletzung, wie beispielsweise die frühe Neuroprotektion, Plastizität und Regeneration, Rehabilitation und Lebensqualität.
Diese Vielfältigkeit ermöglichte es den Forschern auch in diesem Jahr wieder viel Neues – auch über ihr Forschungsfeld hinaus - zu erfahren. Häufig werden nämlich neue Methoden oder Techniken präsentiert, die Wissenschaftler auch für die eigene Arbeit interessieren könnten und die eine neue Kollaborationen anregen.

Diese und zahlreiche andere Themen standen am Programm:

Axonregeneration
Professor He berichtete von neuen Molekülen, die die zelleigene Regenerationsfähigkeit von Nervenzellen aktivieren. Dr. Yoon und Dr. Kwok präsentierten Daten zu Molekülen, die eine Veränderung der Umgebungsbedingungen gestatten und damit ein Wiederauswachsen der Axone ermöglichen.

Plastizität
Die Projekte der Forscher Dr. Bretzner, Prof. Whelan, Dr. Dougherty und Dr. Williams untersuchen einen anderen Weg der Wiederherstellung von Funktionen. Sie wollen die Neu- bzw. Umgestaltung der Verknüpfungen von überlebenden Nervenzellen und deren lokalen neuralen Netzwerken vorantreiben. Dr. Dougherty erforscht dafür beispielsweise Strukturen im unteren Rückenmark, die den automatischen Ablauf der Gehbewegungen kontrollieren.

Entzündung
Dr. Flanagan, Dr. Fouad und Dr. Wang konzentrieren sich auf das Thema Entzündungsreaktionen, die sich sowohl positiv als auch negativ auswirken können. Die Wissenschaftler versuchen die positiven Wirkungen herauszufiltern und für die Funktionserholung zu nutzen.

Klinische Aspekte
Bei klinischen Projekten, in denen bereits mit Patienten gearbeitet wird, konzentrieren sich die Fragen auf die funktionelle Wiederherstellung. So stellte Dr. Trumbower die Anwendung der intermittierenden Hypoxie und Dr. Minassian (Arbeitsgruppe Prof. Courtine) die elektrische Stimulation in der Rehabilitation von Patienten vor. Dr. Papadopoulos’ Arbeit spezialisiert sich auf eine intensive Überwachung und Optimierung des intraspinalen Drucks in der frühen Verletzungsphase um mehr Funktionen zu erhalten. Dazu zeigte er erste Ergebnisse.

Optimierte Rahmenbedingungen
Die Wissenschaftler diskutierten gemeinsam die Herausforderungen und Schwierigkeiten, vielversprechende Ergebnisse für eine Anwendung am Patienten weiterzuentwickeln. Sämtliche Projekte - auch die in der Grundlagenforschung – sollen unter Rahmenbedingungen durchgeführt werden, die zukünftig eine Übertragung in die Klinik leichter möglich machen.

Wir möchten uns noch einmal bei allen Teilnehmern für das spannende Meeting bedanken und freuen uns schon jetzt auf die neuen Ergebnisse im nächsten Jahr.

Alle Erklärungen über laufende Projekte, die wir fördern finden Sie hier