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Stress macht alles nur noch schlimmer


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Eine Rückenmarksverletzung reißt Menschen von einem Augenblick auf den anderen aus ihrem bisherigen Leben. Sie erleiden neurologische Beeinträchtigungen und häufig auch neuropathischen Schmerz. All dies führt zweifelsohne zu einem massiven psychologischen Stressempfinden.

Stress verschlimmert die Auswirkungen einer Rückenmarksverletzung

Es ist lange bekannt, dass Stress die Struktur und Funktion von Neuronen beeinflussen kann. Nun hat die Arbeitsgruppe von Philip G. Popovich an der Ohio State University (USA) herausgefunden, dass Stress auch den Zelltod von spinalen Neuronen und die Entzündungsreaktionen verschlimmern kann. Dabei ist es egal, ob es sich um kurzfristigen oder länger andauernden Stress handelt. Vorläufige, bisher unveröffentlichte Daten dieser Gruppe lassen sogar darauf schließen, dass Stress in der Lage ist, die spontane Wiederherstellung der Bewegungsfunktionen nach einer Rückenmarksverletzung zu beeinträchtigen.

Erster Lösungsansatz nicht erfolgreich

Aus anderen Studien wusste man bereits, dass Stress bestimmte Moleküle (Glukokortikoide) freisetzt. Diese wiederum erhöhen die Verwundbarkeit von Neuronen. In der Hoffnung den Stress zu reduzieren, blockierte die Gruppe von Dr. Popovich den Effekt von Glukokortikoiden. Die Daten ließen jedoch keine eindeutige Schlussfolgerung zu, die Stressantwort konnte nicht wirklich begrenzt werden. Die Forscher erklären sich das so, dass Stress neben den Glukokortikoiden auch über andere Wege wirkt.

Und nun?

Klar ist, dass pharmakologische Behandlungen dringend benötigt werden, um die negativen Auswirkungen von Stress zu reduzieren. Bisher gibt es dazu leider kaum Möglichkeiten. Dr. Popovich und sein Team werden daher an weiteren Lösungen forschen.

Hier kann man den vollständigen wissenschaftlichen Artikel nachlesen: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0889159115001592