Science ohne Fiction


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Letzte Woche veranstalteten wir das siebte Wings for Life Symposium in Salzburg. 78 Wissenschaftler aus aller Welt kamen zusammen, um neue Forschungsergebnisse und Behandlungsansätze für Rückenmarksverletzungen zu präsentieren.

Prof. Dr. Sam David, McGill University (Kanada)
Prof. Dr. Sam David, McGill University (Kanada)  

„Wissenschaftler brauchen den Kontakt mit der Außenwelt. Normalerweise arbeiten wir in unseren Labors, tüfteln an unseren eigenen Ideen. Wir müssen aber auch zusammenkommen, um diese Ideen zu teilen. Mit anderen Forschern zu sprechen, verbessert unsere Arbeit.“

Das arbeitsintensive Symposium wurde in sechs Themengebiete aufgeteilt. Die Wissenschaftler präsentierten ihre Arbeiten klassisch entweder in einem 20-minütigen Vortrag oder auf eigens angefertigten Postern.

Prof. Dr. Dr. Jan Schwab, Ohio State University (USA)
Prof. Dr. Dr. Jan Schwab, Ohio State University (USA)  

„Bei diesem Meeting wird Wissen präsentiert, das bis dahin noch nirgends publiziert wurde.“

Ins Detail der einzelnen Projekte zu gehen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Dennoch möchten wir zumindest einen kleinen Eindruck vermitteln:

Beim Thema Axon Regeneration präsentierten die Forscher verschiedenste Ansätze, um die intrinsische Regenerationsfähigkeit von verletzten Axonen anzuregen. Einfacher ausgedrückt: Wie kann man die natürliche Wiederherstellung von Axonen beschleunigen? Ein Beispiel: Prof. Cartoni vom Children’s Hospital in Boston konnte zeigen, dass durch einen höheren Transport von Mitochondrien (= Kraftwerke der Zellen) mehr Energie zur Verfügung steht, welche die Axon Regeneration begünstigt.

In einem anderen Themengebiet wurde das Augenmerk auf Biomaterialen gelegt. Die Forscher demonstrierten, dass neu entwickelte Hydrogels mit speziellen Molekülen kombiniert werden können. Mit diesen speziellen Hydrogels kann man nicht nur den nach der Verletzung entstandenen Hohlraum füllen, sondern auch Zellen vor dem Absterben retten und Axon Regeneration erreichen.   
 
Prof. Dr. Armin Curt, Universitätsklink Balgrist (Schweiz)
Prof. Dr. Armin Curt, Universitätsklink Balgrist (Schweiz)  

„Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen kommen auf diesem Meeting zusammen und berichten über ihre Forschungsergebnisse. Das ist wichtig, um dieselbe Sprache sprechen zu können.“ 

Die anderen Vortragsreihen waren nicht minder spannend und zeigten Projekte zur Verringerung von Sekundärschäden nach einer Rückenmarksverletzung, neue Rehabilitationsansätze oder Technologien zur besseren Darstellung von spinalen Traumas. Zusätzlich hielten zwei Gastsprecher aus Deutschland und den USA interessante Lesungen zu den Themen Neuroinflammation (Entzündung von Nervengewebe) und Stammzellen.  

Das Symposium in diesem Jahr bewies einmal mehr die Bedeutung eines gemeinsamen Treffens für den wissenschaftlichen Fortschritt.  

Fotos: David Robinson