Ein neuer therapeutischer Ansatz


Zur Übersicht

Eine Rückenmarksverletzung verursacht nicht nur eine direkte Gewebsschädigung (Primärschädigung) sondern führt in der Folge zum Untergang weiterer Zellen und Gewebe (Sekundärschädigung). Ein wichtiger Forschungsbereich sucht nach Möglichkeiten dieser Sekundärschädigung vorzubeugen und Funktionen für Betroffenen zu erhalten. 

Vor kurzem fanden Wissenschaftler heraus, dass das als Guidance Molekül bekannte Netrin-1 in diesem Zusammenhang eine positive Rolle spielt und die funktionelle Erholung nach einer Rückenmarksverletzung günstig beeinflussen kann. Es kommt zu einem deutlich verminderten Gewebeschaden, die Auswirkung ist auch auf körperlicher Ebene zu sehen.

Wie wirkt Netrin-1?
Es fördert die Autophagie (wörtliche Bedeutung: Selbstverdauung), also einen körpereigenen Zellreparaturmechanismus.
Wenn eine Zelle teilweise geschädigt ist, können durch Autophagie die geschädigten Bestandteile zerstört und entfernt werden und der Vorgang einer Selbstreparatur starten. Netrin-1 vermindert also den Untergang von Nervenzellen durch einen programmierten Zelltod (Apoptose).


Diese erfolgversprechende Erkenntnis ist noch in einem sehr frühen Stadium und muss nun durch weitere Studien bestätigt werden. Wissenschaftler müssen auch mögliche weitere Wirkungen, positive wie negative, untersuchen. Diese Arbeiten lassen Netrin-1 aber als einen möglichen neuen therapeutischen Angriffspunkt erscheinen. Die Beeinflussung der Autophagie könnte ein Weg sein, die funktionelle Erholung nach einer Rückenmarksverletzung zu verbessern.

Helfen Sie uns, Querschnittslähmung heilbar zu machen und unterstützen Sie die Forschung mit Ihrer Spende.