Neuheit: Forscher entwickeln Implantat weiter


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Nach einer Verletzung des Rückenmarks, wird die Kommunikation zwischen dem Gehirn und der Muskulatur im Körper unterbrochen und Arme und/oder Beine können nicht mehr willentlich gesteuert werden. Durch eine direkte elektrische Stimulation des Rückenmarks können einige Bewegungen in klinischen Studien wiederhergestellt werden. Bislang wurden dafür epidurale Stimulatoren über die dicke Schutzschicht des Rückenmarks (Dura Mater) implantiert.

So weit, so bekannt. Nun entwickelte das Team von Dr. Grégoire Courtine in Lausanne (EPFL) aber ein flexibles und dehnbares Implantat, das direkt unter diese Schutzschicht gelegt werden kann. Eine Technologie, mit zahlreichen Vorteilen:

1) Es kommt zu weniger Schäden am Stimulationsmaterial (Neurostimulatoren, Drähte oder Elektroden).

2) Der Akkupack hat eine längere Haltbarkeit.

3) Das Risiko, Schäden im Rückenmarksgewebe zu erzeugen, wird verringert.

Ein technisches Meisterwerk
Die direkt auf das Rückenmark implantierte Elektrode ist flexibel und kann die Bewegungen der Wirbelsäule selbst mitmachen.


Das, zusammen mit der reduzierten Intensität der Stimulation, macht diese neue Methode besser und sicherer als die bisher bekannte epidurale Stimulation. Zusätzlich kann  dieser neue Stimulator chemische Wirkstoffe direkt an die Wirbelsäule liefern, um sie weiter "aufzuwecken".

Diese Studie wurde von Wings for Life unterstützt. In Zukunft werden weitere Studien Langzeitsicherheit dieser "invasiven" Implantate bewerten.

 

Quelle: “Advantages of soft subdural implants for the delivery of electrochemical neuromodulation therapies to the spinal cord”. Capogrosso M, Gandar J, Greiner N, Moraud EM, Wenger N, Shkorbatova P, Мusienko PE, Minev I, Lacour SP, Courtine G Journal of Neural Engineering, January 2018.