„Man mag gar nicht aufhören“


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Die Österreicherin Julia Macchietto ist seit einem Autounfall querschnittsgelähmt. Beim Wings for Life World Run im letzten Jahr ging sie in München an den Start – gerade hat sie sich für den 8. Mai 2016 angemeldet.

„Ich hab mich heuer für den Wings for Life World Run in Wien entschieden“, verrät uns Julia Macchietto, während sie sich die Strecke im Internet anschaut. Gestartet wird vor den Toren von Schloss Schönbrunn, dann geht es über die Hardikgasse stadtauswärts bis zur Kehrtwende an der Hütteldorfer Brücke. „Das klingt gut! Wenn ich ans letzte Jahr denke, überkommt mich sowieso schon eine riesige Vorfreude auf den kommenden Wings for Life World Run”, lächelt die 36-jährige Lungauerin.
Bei einem Autounfall im Mai 1999 hat sich die gelernte Friseurin das Rückenmark auf Höhe ihres 12. Brustwirbels verletzt. „Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Ich weiß nur, dass ich nicht angeschnallt war.“ 16 Jahre ist es her, dass Julia die Diagnose inkompletter Querschnitt erhielt, sich durch die Reha und langsam wieder zurück ins Leben kämpfte. „Ich bin keine, die aufgibt und mache mittlerweile auch wieder Sport.“

Premiere in München
Gemeinsam mit ihrer Schwester und einer guten Freundin nahm sie im Mai letzten Jahres am Wings for Life Word Run in München teil. „Dort hatten wir so ein Sauwetter. Es hat geregnet und war ziemlich kalt“, erinnert sie sich. Trotzdem waren die Freundinnen topmotiviert, ließen sich von der guten Stimmung mitreißen. „Die Atmosphäre war gigantisch. Alle waren so gut drauf, haben gelacht und sich gegenseitig gepusht.“ Bei Kilometer sieben wurden Julias Freundinnen vom Catcher Car eingeholt. „Ich habe weitergemacht, wurde von ganz unterschiedlichen Läufern geschoben und mitgezogen. Dazu ist an jeder Ecke jemand gestanden, der uns angefeuert hat.“ Erst bei Kilometer elf holte sie schließlich das Catcher Car ein. „Wenn einen die Ziellinie überholt, mag man gar nicht aufhören. Es ist so ein besonderer Event – das Wetter wird zur absoluten Nebensache.“


Wiederholung in Wien
Motiviert vom Lauf in München, startet Julia heuer in Wien. „Im Mai treten wir zu acht als „Team Lungau“ an. Die elf Kilometer will ich unbedingt wieder schaffen. Wobei es bei diesem Lauf weit weniger um Leistung, als um die gute Sache dahinter geht.“ Für Julia hat Wings for Life eine besondere Bedeutung: „In der Forschung tut sich einiges. Das gibt große Hoffnung, dass Verletzte wieder auf die Beine kommen.“ 

Selbst kann sie sich schwer vorstellen, wieder gehen zu können. „Das ist schon so weit weg, ich führe jetzt ein anderes Leben. Wenn mein Freund Markus aber zu einer Skitour aufbricht, merke ich immer noch, wie wahnsinnig gerne ich mitgehen würde.“

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