Zhigang He, Rosi Lederer, Verena May, Sam David
Zhigang He, Rosi Lederer, Verena May, Sam David  

ISCoS Scientific Meeting


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Letzte Woche fand in Montreal (Kanada) die ISCoS Konferenz statt. Unsere wissenschaftliche Koordinatorin Dr. Rosi Lederer war vor Ort und berichtet wie sie das Meeting erlebt hat.

Was für eine Überraschung. Meine Kollegin Verena und ich schauen uns gerade das Labor von Sam David an der McGill Universität in Montreal an. Und plötzlich läuft uns Zhigang He aus Harvard (Boston) entgegen. Zufall oder Klassentreffen der Axonregeneration-Experten? Ein bisschen von beidem, erfahren wir am nächsten Tag.

Der Anlass für uns nach Montreal zu reisen, ist die ISCoS Konferenz 2015 (= International Spinal Cord Society). An die 1000 Mediziner, Wissenschaftler, Physiotherapeuten, Betroffene und Stiftungsvertreter kommen hier jährlich zusammen, um sich über Probleme bei der Behandlung von querschnittsgelähmten Personen auszutauschen. Im Vordergrund steht weniger die Grundlagenwissenschaft sondern die klinische Anwendung.

In 5 Sälen des Konferenzhotels können sich die Teilnehmer parallel Vorträge anhören oder über Poster informieren. Auf dem Plan stehen Themen wie:

• Bildgebung
• Schmerzproblematik
• Neurourologie
• Rehabilitation
• Funktionelle Erholung
• Beeinträchtigung des autonomen Nervensystem
• Oder spezifische Probleme der Querschnittsverletzung bei Kindern

In einem der Vorträge erfahren wir auch, warum wir Zhigang He vortags bei Sam David getroffen haben. Albert Aguayo, einer der ganz großen Neurowissenschaftler der letzten hundert Jahre, hat die Arbeit von He und David gewürdigt. Seiner Meinung nach haben die beiden Meilensteine im Feld der Axonregeneration gesetzt. Das macht auch uns stolz, schließlich sitzen die beiden im wissenschaftlichen Beratergremium von Wings for Life.

Abgesehen davon ist die Konferenz für Verena und mich sehr wertvoll, denn wir bekommen viel Input für unsere Arbeit. Zudem treffen wir auf uns bekannte Forscher und Kollegen von anderen Stiftungen wie der Rick Hansen oder der Craig H Nielsen Foundation. Es wird viel besprochen und man tauscht seine Gedanken aus. Von Patientenorganisationen werden Fragen gestellt, die uns alle betreffen: Sollte man größere Studien nicht besser gemeinsam fördern? Oder wer kann Zusatzkosten - zum Beispiel Reise- oder Aufenthaltskosten – für jene Patienten übernehmen, die an klinischen Studien teilnehmen? Allesamt Fragen, die auf den ersten Blick vielleicht einfach erscheinen, für die man aber eine gemeinsame Antwort suchen muss.

Neben solchen Themen rückt die Konferenz eines wieder in den Mittelpunkt: Zwar gibt es zunehmend Therapien, um die Folgen einer Querschnittslähmung zu lindern, eine Heilung oder funktionelle Wiederherstellung gibt es allerdings noch nicht.