„Ich war damals acht Jahre alt“


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Jasmin Koskiranta aus Helsinki (FIN) wurde 1998 in einem tragischen Unfall von einem Auto erfasst und lebt seitdem mit einer sehr hohen Querschnittslähmung.  

Jasmin, wie ist es zu deiner Rückenmarksverletzung gekommen?
Es passierte im März 1998. Ich war damals acht Jahre alt und auf dem Weg zu einem Geschäft, um Süßigkeiten zu kaufen. Als ich die Straße überquerte, wurde ich von einem Auto erfasst. Das Auto erwischte mit der Stoßstange meinen Kopf und ich flog 23 Meter durch die Luft. Beim Unfall wurde meine Halswirbelsäule zertrümmert und seitdem bin ich vom Hals abwärts gelähmt. Die Verletzungen waren so schwerwiegend, dass die Ärzte kaum glauben konnten, dass ich überhaupt überlebt habe. 

Was war dein erster Gedanke?
Ich kann mich an meine Gedanken nicht mehr erinnern. Laut den Krankenhausprotokollen habe ich geweint und geschrien, war in Panik und sehr traurig. Ich konnte auch nicht verstehen, dass mein Zustand von da ab für immer so sein sollte.  

Wie hat sich dein Leben seither verändert?
Mein ganzes Leben hat sich aufgrund des Unfalls komplett verändert. Ohne fremde Hilfe kann ich wirklich überhaupt nichts mehr machen. Ich habe keine Freiheit mehr und kann nie alleine sein, da ich 24 Stunden-Rundum-Betreuung benötige. Seit dem Unfall habe ich auch ein schwaches Selbstbewusstsein und komme mir oft so unnütz vor. Das Leben kann sich so schnell ändern, daher sollte man es besser in vollen Zügen ausnutzen. 

Was sind deine größten Barrieren?
Meine größte Barriere ist die fehlende Freiheit. Ich kann nichts machen, was „normale“ Menschen tagtäglich tun. 

Was sind deine positiven Momente im Leben?
Ich versuche, meine Leben trotz aller Hindernisse mit Freude zu meistern. Die Hoffnung, dass die Forschung eines Tages eine Heilung findet, gibt mir positive Energie und lässt mich stark bleiben. Meine Leidenschaft für Fashion, High Heels und Schmuck erfüllt mich auch mit Freude. Einige würden diese Leidenschaft vielleicht als töricht und unnütz bezeichnen, doch mich machen diese Dinge glücklich und ich denke, das ist alles was zählt.

Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft?
Mein größter Wunsch wäre es natürlich, eines Tages wieder gehen zu können. Ein anderer Wunsch ist, viel Geld für die Rückenmarksforschung zu sammeln. Dann würde ich gerne einen passenden Beruf finden und ein großer Traum wäre es, um die Welt zu reisen, neue Kulturen und interessante Menschen kennenzulernen. 

Was erhoffst du dir von der Rückenmarksforschung?
Ich erhoffe mir wirklich, dass die Forschung noch mehr Spendengelder bekommt, um schneller voranzukommen, damit endlich in nicht allzu ferner Zukunft eine Heilung für uns Querschnittsgelähmte gefunden wird. Zudem hoffe ich, dass die Wissenschaftler auch noch mehr in Richtung chronische Rückenmarksverletzungen forschen. Ich wäre so glücklich, wenn ich zumindest von dem Beatmungsgerät loskäme oder wieder meine Arme bewegen könnte. 

Wie gefällt dir die Idee vom Wings for Life World Run?
Ich liebe die Idee des Wings for Life World Runs. Es ist eine großartige Möglichkeit, um viel Geld zu sammeln und die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen. Es erfüllt mein Herz mit Freude, zu wissen, dass da draußen viele Menschen mithelfen werden, eine Heilung für Querschnittslähmung zu finden! 

Vielen Dank liebe Jasmin! Wir wünschen dir von ganzem Herzen alles Gute.

Auch Sie sind nach einer Verletzung des Rückenmarks querschnittsgelähmt und möchten Ihre Geschichte teilen? Schreiben Sie uns doch einfach kurz und formlos an office@wingsforlife.com. Wir würden uns sehr freuen.