Hochkarätige Forscher in Salzburg


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Zum sechsten Mal in Folge veranstalteten wir am 21. und 22. Mai 2014 ein international besetztes Symposium zum Thema Heilung von Querschnittslähmung. 77 Wissenschaftler und Mediziner aus 11 Ländern kamen im Salzburger Parkhotel Castellani zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse und mögliche Therapieansätze vorzustellen.

„Unser jährlicher Kongress dient vor allem einem Ziel: Echte Kooperation zwischen führenden Wissenschaftlern und fördernden Stiftungen. Wir möchten, dass die Forscher ihr Wissen teilen", so Jan Schwab, Professor an der Charité Berlin, Vorstandsmitglied und wissenschaftlicher Direktor bei Wings for Life. „Besonders freut es uns, dass dieses Jahr neben den Wissenschaftlern auch Vertreter von weiteren Forschungsstiftungen aus Portugal, Schweiz, England, Kanada und den USA angereist sind.“  

Vertreter von Wings for Life, Christopher Reeve Foundation, Santa Casa, ISRT, ICORD
Vertreter von Wings for Life, Christopher Reeve Foundation, Santa Casa, ISRT, ICORD 

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschern und Stiftungen ist auch notwendig. Die Reparatur des verletzten Rückenmarks ist aufgrund ihrer Komplexität immer noch eine der größten medizinisch-wissenschaftlichen Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden kann. Die größten Erfolgsaussichten verspricht eine Kombination von verschiedensten Therapieansätzen.

Prof. Dr. Martin E. Schwab, Universität und ETH Zürich
Prof. Dr. Martin E. Schwab, Universität und ETH Zürich 

Dementsprechend spiegelten die Vorträge auch ein breites Spektrum wider, von Maßnahmen zur Verhinderung von Sekundärschäden über Umstrukturierung von bestehenden Nervennetzwerken bis hinzu Nervenwachstum und zellbasierten Ansätzen. Vorgestellt wurde auch ein sehr interessanter bioinformatischer Ansatz, bei dem 60 Millionen Datenpunkte zu verschiedensten Projekten zusammengetragen und analysiert werden, und der allen Wissenschaftlern bei der weiteren Planung helfen soll. 

Prof. Dr. Zhigang He, Children's Hospital Boston
Prof. Dr. Zhigang He, Children's Hospital Boston  

Junge Nachwuchswissenschaftler zeigten ihre Forschungsarbeiten während einer Postersession und hatten so in individuellen Gesprächen die Chance, von der langjährigen Erfahrung vieler Teilnehmer zu profitieren.

Dr. Jessica Kwok, University of Cambridge
Dr. Jessica Kwok, University of Cambridge 

„Diese Konferenz zeichnet sich nicht nur durch exzellente Wissenschaft aus. Man spürt auch eine große Hingabe für die Betroffenen selbst“, sagte Dr. Susan Harkema vom Kentucky Spinal Cord Research Center (USA), deren Forschungsprojekt für große Aufmerksamkeit sorgte. Mittels Elektrostimulation konnten vier chronisch querschnittsgelähmte Patienten willkürlich ihre Zehen, Füße und Beine bewegen. Die positiven Nebeneffekte der Studie zeigten unter anderem eine verbesserte Blasen- und Darmfunktion sowie eine Stabilisierung des Blutdrucks.

Dr. Susan Harkema, Kentucky Spinal Cord Research Center
Dr. Susan Harkema, Kentucky Spinal Cord Research Center 

„Dieses Projekt könnte die Lebensqualität von Betroffenen enorm erhöhen“, freute sich Stiftungsgründer Heinz Kinigadner. „Nichtsdestotrotz liegt noch viel Arbeit vor uns, bis wirklich eine Heilmethode gefunden wird.“

Fotos: Stefan Voitl