Globales Rennen beginnt in 34 Ländern


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Am Sonntag um Punkt 10:00 Uhr UTC fiel rund um die Welt der Startschuss zum globalen Charity-Lauf Wings for Life World Run. Für 50.100 registrierte Teilnehmer aus 164 Nationen ging es auf 34 Strecken in 32 Ländern auf 6 Kontinenten gleichzeitig los. Aufgrund der Zeitverschiebung haben die Läufer allerdings mit ganz unterschiedlichen Wetterbedingungen zu kämpfen, von brütender Nachmittagshitze in Indien bis hin zum frühmorgendlichen Frost in Kanada. Mit dabei sind neben zahlreichen Hobby-Läufern und Promis auch einige der weltbesten Ultra-Marathon-Athleten. Das Ziel ist aber für alle Teilnehmer dasselbe: möglichst lange vor der „bewegten“ Ziellinie bleiben, die die Läufer von hinten einholt.

Unter dem Motto „Laufen für diejenigen, die es selbst nicht können“ kamen Spitzenathleten und Hobbyläufer zusammen, um gemeinsam eine Premiere in der Geschichte des Laufsports zu feiern. Durch die Veranstaltung, die 34 Rennen rund um die Welt umfasst, sollen Gelder für die Rückenmarksforschung gesammelt werden. Die Teilnehmer, zwischen 18 und 91 Jahre alt, wollen alle möglichst weit laufen oder gehen. Völlig neu bei diesem Event ist, dass die Läufer nicht auf eine festgelegte Ziellinie zulaufen, sondern von einer „bewegten“ Ziellinie von hinten eingeholt werden. Das mehrstündige Rennen ist erst dann zu Ende, wenn der letzte Läufer und die letzte Läuferin von einem der so genannten „Catcher Cars“ eingeholt worden sind.

Einige der Top-Favoriten, darunter der dreifache Ultra-Marathon-Weltmeister Giorgio Calcaterra aus Italien und der Japaner Takahiro Sunada, der den Weltrekord über 100 km hält (6:13,33), könnten bis zu 80 km oder sogar 100 km laufen. Einzigartig beim Wings for Life World Run ist, dass solche Laufduelle über Landesgrenzen und Kontinente hinweg in Echtzeit ausgetragen werden: Calcaterra nimmt die malerische Strecke in Verona (Italien) in Angriff, Sunada läuft entlang der Donau in Österreich.

Dieses globale Event kann über Social-Media, via Livestreams im Internet sowie zum Teil auch im Fernsehen mitverfolgt werden und zählt zweifelsohne zu den komplexesten Sportveranstaltungen, die jemals organisiert wurden – zum Teil gerade deshalb, weil es keine festgelegte Ziellinie gibt. Darüber hinaus stellen 34 Läufe in 13 Zeitzonen eine enorme Herausforderung für das Organisationsteam sowie die 110 Timekeepers dar, die für die globale Zeitmessung zuständig sind. Ausgewertet werden diese Informationen beim Wings for Life World Run HQ am Red Bull Ring in Spielberg, Österreich. Hier wird auch die Live-Berichterstattung mit rund 200 Fernsehkameras koordiniert.

In Europa und Afrika gehen die Rennen am Tag über die Bühne, doch an anderen Orten, etwa in Indien, laufen die Teilnehmer dem Sonnenuntergang entgegen. In Australien und Neuseeland wird in der Nacht gelaufen. An der Westküste der USA sowie in Kanada und Südamerika geht es nachts los, nach einigen Stunden können sich die Läufer aber schon auf den Sonnenaufgang freuen.

Sämtliche Einnahmen durch das Rennen kommen der Rückenmarksforschung zugute. Kurz vor Beginn des Rennens in St. Pölten (Österreich) gab Geschäftsführerin von Wings for Life Anita Gerhardter bekannt, dass der Wings for Life World Run jährlich stattfinden soll. Für 2015 steht der 3. Mai als Termin fest.