© Roland Defrancesco

Alltag mit Querschnittslähmung


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Wie lebt man eigentlich mit einer Rückenmarksverletzung? Was ist anders, und wo liegen die Herausforderungen? Auf der Suche nach Antworten haben wir die Tirolerin Tina Hötzendorfer einen Tag lang begleitet.

08:00
Tinas Wecker läutet. Sie liegt auf der Seite, eine Position, die sie nachts einnimmt, um ihre Haut zu entlasten und Druckstellen zu vermeiden. Immer in unmittelbarer Nähe: ihr Fortbewegungsmittel, der Rollstuhl.

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08:10
Als Erstes greift sie zu speziellen Lederhandschuhen, die ihr Halt geben und ihre Handgelenke stützen.

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8:15
Seit einem Snowboardunfall ist Tina vom sechsten Halswirbel abwärts bewegungsunfähig. Aus dem Bett zu kommen kostet sie viel Kraft.

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8:35
Seit mehr als acht Jahren ist die Dreißigjährige querschnittsgelähmt. An die vielen Veränderungen hat sie sich gewöhnt. Doch häufig leidet sie unter Schmerzen und Spastiken.

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08:40
Ihr Freund David unterstützt sie beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl. Die beiden lernten sich vor drei Jahren kennen, als er Zivildienst in ihrer Reha Einrichtung leistete.

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09:15
Tina kann ihre Arme und Hände bewegen – wenn auch nur eingeschränkt – und sich daher selbständig umziehen.

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Dreimal pro Woche wird Tina von einer Assistentin unterstützt. Mit deren Hilfe wechselt Tina vom Rollstuhl in die Dusche. Sie hat das große Glück, dass ihre gesamte Wohnung barrierefrei ist und direkt an ihr Elternhaus angrenzt.

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09:35
Tägliche Routine: Aufgrund der Unbeweglichkeit ihrer Finger musste Tina kreativ werden. Den Verschluss ihrer Wimperntusche öffnet sie mit dem Mund.

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10:20
Beim Frühstück macht sich Tina Gedanken zum Tagesablauf. Gute Vorbereitung ist alles. Vor ihrem Unfall reiste sie um die Welt. Eine Freiheit, die penibler Planung gewichen ist.

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10:45
Vormittags arbeitet Tina von zu Hause und betreut den OnlineShop ihrer eigenen Galerie. Außerdem teilt die Künstlerin ihre Erfahrungen regelmäßig in ihrem Blog www.rollinart.at/blog. Tippen kann sie mit den Gelenken ihrer Daumen.

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14:00
David montiert den SwissTrac an ihren Rollstuhl. Dieser spezielle Beiwagen zieht und bremst. Damit kann Tina auch kleine Transporte durchführen. Auto fahren möchte sie wegen ihrer eingeschränkten Motorik nicht.

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14:15
David begleitet seine Freundin zum Atelier. Eine unkomplizierte Route. Hürden kommen auf die zwei erst zu, wenn sie verreisen. Dann kämpfen sie mit Pflastersteinen, mit Eingängen und Badezimmern, die zu eng sind.

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14:45
Nach Tinas Ankunft entfernt die Mitarbeiterin den SwissTrac von ihrem Rollstuhl und unterstützt sie beim Entladen der mitgebrachten Ware.

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15:20
Seit zwei Jahren ist Tina als Malerin und Künstlerin selbständig. Auch beim Öffnen der Farbe muss sie einfallsreich sein.

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16:50
Tina designt auch Schmuck. Erst zeichnet sie einen Entwurf, dann legt sie die passenden Steine und Anhänger mit einer Pinzette auf. Ihre Angestellte wird die Elemente später auffädeln.

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19:55
Wieder daheim. David hilft Tina, auf die Couch zu wechseln. Von Anfang an hatten beide keine Berührungsängste. Mittlerweile sind sie ein eingespieltes Team.

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20:30
Am Abend sind die beiden ein ganz normales Pärchen, das gerne Serien schaut. Morgen beginnt ein neuer Tag, an dem Tina wieder viel Geduld braucht. „Ich führe ein erfülltes Leben. Ich habe viel Unterstützung, werde geliebt und bin glücklich. Aber es fehlt mir natürlich, in der Früh aus dem Bett springen zu können. Ich vermisse meine Unbeschwertheit und das Gefühl von feuchtem Gras zwischen meinen Zehen.“

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Unterstützen Sie uns dabei, Betroffenen wie Tina zu helfen. 100% jeder Spende gehen in die Rückenmarksforschung und sollen dazu beitragen, Querschnittslähmung heilbar zu machen.