© Walter Eggenberger

„Energie für meine Forschungsarbeit“


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Gabi Müller forscht an der Clinical Trial Unit des Schweizer Paraplegiker-Zentrums in Nottwil. Und sie wird sich am 7. Mai wieder ihre Laufschuhe anziehen, um für die zu laufen, die es selbst nicht mehr können. Uns verrät die Wissenschaftlerin, warum.

Sie laufen heuer wieder beim Wings for Life World Run mit. Das wievielte Mal gehen sie an den Start?
Ich war von Anfang an jedes Jahr dabei – heuer also zum vierten Mal.  

Sind Sie auch während des Jahres eine passionierte Läuferin?
Passioniert kann man das nicht nennen, aber ich laufe regelmäßig ein- bis zweimal die Woche zwischen 30 und 50 Minuten. Meist um einfach nur zu entspannen und abzuschalten – und um die Natur zu genießen.

Sie waren die letzten Male im Team des Schweizer Paraplegiker Zentrum. Wie war das?
Gemeinsam für eine gute Sache zu laufen ist einfach ein schönes Erlebnis! Am Start zu stehen und diese rießen Solidarität all dieser Läufer zu spüren – und zu sehen, dass das auf der ganzen Welt vervielfacht wird - ist großartig. Dieser Lauf gibt mir sehr viel Energie und Freude für meine tägliche Forschungsarbeit.

Heuer haben Sie das RESCOM-Team gegründet. Erzählen Sie uns ein bißchen darüber...
RESCOM ist eine Abkürzung für ‚RESpiratory COMplications‘ was Atemwegs-Komplikationen bedeutet. Bei Patienten mit einer Querschnittlähmung zählen Atemwegs-Komplikationen – und da vor allem die Lungenentzündung - leider immer noch zu den häufigsten Todesursachen.

RESCOM ist eine große internationale Studie (Multi-Center Studie) und wird von Wings for Life gefördert. Dafür sind wir unendlich dankbar. Ziel dabei ist es, einen bestimmten Faktor, der eine Lungenentzündung bei Querschnittspatienten vorhersagt, zu bestätigen. So könnten dann in Zukunft präventive Maßnahmen zu einer verbesserten Lebensqualität führen.  
Weltweit machen zehn verschiedene Reha-Zentren für Querschnittlähmung in der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, Deutschland und Australien mit. Am 7. Mai wollen wir nun mit einem internationalen RESCOM Studienteam beim Wings for Life World Run mitlaufen. (Hier gibt es mehr Infos zur Studie) 

Gibt es als Vorbereitung untereinander vermehrten Kontakt oder ein gemeinsames Training?
Die RESCOM Studie läuft nun seit Herbst 2016, daher sind wir Wissenschaftler natürlich sowieso in regem Kontakt. Ein gemeinsames Training wäre vom Aufwand her jedoch übertrieben – wir sind ja bis nach Australien über die halbe Welt verteilt.

Was ist für Sie das Besondere am Wings for Life World Run?
Dass es nicht um die Leistung geht und daher eine sehr gelöste und außerordentlich gute Stimmung vor, während und nach dem Lauf herrscht. Man spürt richtig, dass es für 99% der Läufer nicht um die Distanz geht. Es hat keinen Wettkampfcharakter, man läuft einfach gemeinsam für eine gute Sache.

Haben Sie sich ein Ziel gesetzt, wann Sie das Catcher Car einholen darf?
Ich nehme mir einfach mal vor: 15km als Minimum und 20km als Optimum :-)

Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, dass Aufmerksamkeit und Geld für die Rückenmarksforschung generiert wird?
Meiner Ansicht nach hat die Forschung im Bereich der Querschnittlähmung noch ein riesiges Potential. Das gilt für die Verminderung von Komplikationen und dadurch auch die Verbesserung der Lebensqualität, als auch für die Grundlagenforschung wo das Ziel ganz klar ist, dass Querschnittlähmung eines Tages heilbar sein wird. 

Was sagen Sie jemanden, der nicht mitlaufen möchte, weil er nicht sportlich ist?
Es geht um den Spaß und die gute Sache. Man kann auch einfach einen schönen, gemütlichen Sonntags-Spaziergang in unglaublich cooler Atmosphäre machen bis einen das Catcher-Car einholt. Jede Teilnahme zählt!

Abschließend: Was dürfen wir Ihnen und Ihrem Team am 7. Mai wünschen?
Viel Spaß!

Möchten Sie auch Teil der Wings for Life World Run sein? Hier können Sie sich ganz einfach für eine Location weltweit anmelden.