Elektronischer Nervenbypass ermöglicht Bewegung


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Die Forschung konnte zeigen, dass es möglich ist, eine Rückenmarksverletzung elektronisch zu überbrücken und verlorene Funktionen teilweise wiederherzustellen.
Mittels Elektroden im Gehirn werden dabei die Nervensignale aufgenommen, die für die Bewegung notwendigen und relevanten Signale herausgefiltert und in die entsprechenden Algorithmen umgesetzt. Mit diesem technischen Hintergrund konnten gelähmte Patienten allein mit der Vorstellung, dass sie eine Bewegung ausführen, einen Roboterarm steuern.

Chad E Bouton beschreibt jetzt in einer Publikation in Nature, dass es gelungen ist, die im Gehirn aufgenommenen Signale für Bewegung auf Arm- und Handmuskeln zu übertragen und damit wichtige Handfunktionen herzustellen.
Einem tetraplegischen Patienten wurde dauerhaft ein Chip ins Gehirn implantiert, damit dessen neurale Aktivität aufgezeichnet und die für die Hand und Fingerfunktion notwendigen Signale entschlüsselt. Die so gewonnenen elektrischen Impulse wurden über 130 Elektroden direkt auf die Unterarm- und Handmuskeln übertragen und ermöglichten dem Patienten allein durch die Vorstellung der Bewegungen wichtige Handbewegungen auszuführen.


Diese Arbeit zeigt, dass es in Zukunft möglich werden könnte mit Hilfe eines elektronischen Bypasses die Verletzungsstelle erfolgreich zu überbrücken und Funktionen wiederherzustellen. Bevor dies für Patienten zur Verfügung steht, wird noch viel Weiterentwicklung der Technologie notwendig sein.