© Samo Vidic

Eine Frau. Ein Mann. Ein Kuss.


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Als Mateja vor 15 Jahren einen Wanderausflug mit ihrer Familie machte, wurde ihr ein rutschiger Stein zum Verhängnis. Binnen eines Sekundenbruchteils verlor sie den Halt, fiel in die Tiefe und verletzte sich ihr Rückenmark. „Ich war sofort querschnittsgelähmt“, erinnert sie sich an ihren Unfall. Eine wirklich harte Diagnose für einen Teenager. „Es traf mich sehr. Aber rückblickend glaube ich, dass meine Familie noch mehr darunter litt. Während meiner halbjährigen Reha habe ich mich auf meine Genesung konzentriert und mein Leben neu geordnet. Man könnte sagen, ich war zu beschäftigt, um depressiv zu werden.“ Ihre Mitmenschen, so erzählt sie weiter, hatten Mitleid mit ihr. „Sie wussten nicht, wozu genau ich noch zu gebrauchen war.“
Nur ein Jahr nach dem Unfall begann Mateja Tischtennis zu spielen. „Ich habe mich gleich in den Sport verliebt“, erzählt sie von ihren Anfängen als Profi-Tischtennisspielerin. Dann kamen die Paralympics. „Zehn Jahre lang war dieser Sport das Wichtigste in meinem Leben.“
Vor ein paar Jahren verlor sie die Lust daran. „Es war Zeit für einen neuen Lebensabschnitt“, sagt Mateja, die heute als Übersetzerin arbeitet. Seit zwei Jahren sind sie und Peter ein Paar. „Mein Freund ist Croupier in einem Casino und hatte diese Woche Nachtschicht. Trotzdem hat er mich motiviert und wollte, dass wir den Wings for Life World Run gemeinsam bestreiten.“ 13 Kilometer haben sie geschafft, bevor sie vom Catcher Car eingeholt wurden. „Wir waren heuer zum ersten Mal am Start. Ohne Ziel. Nur zum Spaß.“ Während des Rennens kam es dann auch zum Kuss. „Die Stimmung war locker, da ergab sich das einfach.“ Nächstes Jahr wollen die beiden wieder teilnehmen. Wo, wissen sie noch nicht genau.

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