Vorstand und wissenschaftliche Leitung
Vorstand und wissenschaftliche Leitung 

Ein guter Jahrgang


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Was für den Winzer der Herbst ist, ist für Wings for Life der März. Ein spannendes Ereignis, auf das wir sechs Monate hingearbeitet haben. Der Tag, an dem wir jene Forschungsprojekte auswählen, die wir fördern möchten. Sozusagen der Höhepunkt unserer jährlichen Forschungslese.   

Der Ernteprozess
Den ersten Rebschnitt hat unser wissenschaftlicher Beirat bereits vor einem halben Jahr gesetzt. Aus 250 Anträgen (Executive Summary) von Wissenschaftlern auf finanzielle Unterstützung haben sie eine Vorauswahl getroffen. Welche Projekte entsprechen dem Fokus unserer Stiftung, welche nicht?

Die Projektanträge, welche die erste Hürde erfolgreich meistern, werden zur Begutachtung an unabhängige Forscher geschickt. Sie bewerten Durchführbarkeit und wissenschaftliche Güte. Alles nach dem Schulnotenprinzip.  

Danach kommt unser Beratergremium, sozusagen die Winzerelite, zum Einsatz. Auch sie bewerten jedes einzelne Projekt und schreiben Empfehlungen. Eine Knochenarbeit, wenn man bedenkt, dass sie Aktenordner bekommen, die bis zum Bersten mit Forschungspapieren gefüllt sind. 

Im März erfolgt schließlich die Hauptlese. Vorstand und wissenschaftliche Leitung treffen aus den edlen Trauben die Endauswahl. Ein entscheidendes Kriterium: Welche Projekte bringen uns einen Schritt weiter und bieten eine Chance auf eine zukünftige klinische Anwendung beim Patienten.  

Prof. Claudius Thomé und Prof. Jan Schwab
Prof. Claudius Thomé und Prof. Jan Schwab 


Von Merlot bis Sauvignon blanc
Wir haben uns heuer für 14 neue Forschungsprojekte entschieden. Hinzu kommen 30 Projekte, die wir im zweiten oder dritten Jahr fördern. Summa summarum: 44 Projekte

Das Portfolio reicht von Axonregeneration bis zu Rehabilitationsprojekten, von Grundlagenforschung bis hin zu klinischen Studien. Neu im Programm sind neuromodulatorische Ansätze. Hierbei werden über der Verletzungsstelle oder direkt im Gehirn elektrische Impulse gesetzt, um Lokomotion, sprich Bewegung, nach einer Querschnittslähmung zu erreichen.

Dr. Verena May und Dr. Rosi Lederer
Dr. Verena May und Dr. Rosi Lederer 


Guter Wein kann, muss aber nicht teuer sein
Oft werden wir gefragt, mit wie viel Geld wir ein Projekt fördern. Nun, das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Welche Mittel hat der Projektleiter beantragt? In welchem Stadium befindet sich sein Projekt? Das „günstigste“ Projekt aus der diesjährigen Ernte erhält von Wings for Life 30.000 Euro, das „teuerste“ eine Millionen Euro.

2015er Jahrgang
Wir sind mit der „Ernte“ in diesem Jahr sehr zufrieden. 44 ist für uns eine große Zahl. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich darunter zwei klinische Studien befinden (eine zur Akutversorgung und eine zur Therapie von chronischen Patienten). Noch wichtiger als die Anzahl ist aber, dass wir auf allen Feldern richtig gut besetzt sind und dass jedes einzelne Projekt echtes Potential verspricht. Potential, dass wir unser Ziel - Querschnittslähmung heilen - erreichen werden.

2015 verspricht ein guter Jahrgang zu werden.  

Ein großer Dank an dieser Stelle an unsere Spender sowie an die fleißigen Gutachter, die uns (pro-bono) dabei unterstützen, dass Ihr Geld bestmöglich investiert wird.

Detailinformationen zu den einzelnen Projekten werden nach und nach unter folgendem Link veröffentlicht.

Fotos: Mathias Lixl