Die Rollstuhlrennen beim World Run


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4 Austragungsorte, 2 verschiedene Rennformate und eine Riesengaudi für die Teilnehmer - In Österreich, Brasilien, Großbritannien und den USA war das Interesse seitens der Community so groß, dass wir zusätzlich zum Bewerb der Läufer auch eigene Rennen für Rollstuhlfahrer anbieten konnten.

In Österreich und den USA wurden die Rollstuhl-Athleten, wie die Läufer auch, von einem Catcher Car gejagt, bis der letzte Teilnehmer eingeholt wurde. In Großbritannien und Brasilien dagegen drehte man den Spieß um. Hier verfolgten die Teilnehmer die Catcher Cars. Der erste Athlet, der die Autos eingeholt hatte, markierte den Wendepunkt. Von hier ging es für alle wieder zurück bis zur Start-/Ziellinie.

So unterschiedlich die Rennformate, so unterschiedlich waren auch die Beweggründe der Athleten für die Teilnahme. „Ich habe nicht wegen dem Wettkampf selbst teilgenommen, sondern vielmehr um dieses großartige Event zu unterstützen. Wenn so viele Menschen da draußen für uns Querschnittsgelähmte laufen, dann sollten auch wir Flagge zeigen und mitmachen“, sagte Hannes Kinigadner nach dem Event in St. Pölten (Österreich).  

Hannes, der seine Arme und Hände aufgrund einer hohen Querschnittslähmung nur eingeschränkt bewegen kann, war weltweit der Erste, der vom Catcher Car eingeholt wurde: „Ich habe mit einem ganz normalen Rollstuhl teilgenommen und wusste schon vorher, dass ich nicht allzu lange im Rennen bleiben werde.“ In Österreich hatte am Ende Thomas „Tigga“ Frühwirth die Nase vorn, ein langjähriger Freund und Unterstützer unserer Stiftung.

Während in Österreich, Brasilien und Großbritannien die Sonne lachte, hatten die Teilnehmer in Florida nicht nur mit dem Catcher Car zu kämpfen, sondern auch mit Regen. Trotz der widrigen Umstände wurde hier die längste Distanz erreicht. Tatyana McFadden schaffte unglaubliche 17,3 Kilometer. Für Kenner der Szene nicht unbedingt eine Überraschung, denn Tatyana – von ihren Freunden liebevoll „Das Biest“ genannt - hat in der Vergangenheit jedes nur erdenkliche Rollstuhlrennen gewonnen und hat bei den Paralympischen Spielen bereits 10 Medaillen abgeräumt.  
 
In Großbritannien entschied Justin Levene das Rennen am Ende für sich. Vom Wings for Life World Run erfuhr er von Tatyana: „Ich habe noch nie an so einem Rennen teilgenommen. Also habe ich mich einfach angemeldet. Es ist wichtig, dass sich Rollstuhlathleten auf Augenhöhe mit Nicht-Behinderten messen können. Unser Rennen war genau am gleichen Veranstaltungsort und man fühlte sich vollkommen gleichwertig. Das Konzept mit den Catcher Cars hat mir extrem gut gefallen – eine lustige und einzigartige Idee.“  

Justin Levene, der seit 5 Jahren querschnittsgelähmt ist, begann vor 10 Monaten mit dem Rennrollstuhlfahren. Sein Beweggrund: „Man muss das alte Leben loslassen und an das neue Leben anpassen. Ich habe mich komplett dem Sport verschrieben.“

Als nationaler Gewinner kann sich Justin nun aussuchen, in welchem Land er beim Wings for Life World Run 2015 teilnehmen möchte. Wo genau, weiß er noch nicht: „Südamerika oder Australien stehen bei mir oben auf der Liste. Oder Australien. Ich möchte dort mitmachen, wo ich normalerweise nicht so einfach hinkäme.“ Dass er wieder dabei ist, weiß er allerdings mit Sicherheit: „Ich würde liebend gerne wieder laufen können. Allerdings denke ich, dass es bis dahin noch ein langer Weg sein wird. Wir brauchen einfach mehr Fördergelder für die Forschung und der Wings for Life World Run spielt diesbezüglich eine große Rolle.“

Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer – Ihr seid großartig!