Die richtige Verbindung


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Das Nervengewebe in unserem Rückenmark besteht aus Milliarden Nerven- und Gliazellen. Sie sind zu einem komplizierten Netzwerk verbunden und sorgen dafür, dass wir uns bewegen oder etwas fühlen können. Dieses Netzwerk ist sehr empfindlich. Kommt es zu einer Rückenmarksverletzung sterben viele Zellen rund um die Verletzungsstelle ab und die Kommunikation, zum Beispiel zu den Beinmuskeln bricht zusammen.

Viele Wissenschaftler arbeiten - vereinfacht gesagt - daran, funktionstüchtige Verbindungen wieder herzustellen. In diversen Versuchen haben sie herausgefunden, dass sich sogenannte neurale Vorläuferzellen (NPCs) dazu besonders gut eignen. NPCs sind Abkömmlinge von Stammzellen. Transplantiert man sie in die Verletzungsstellen, können sie neue Verbindungen herstellen.

Die richtigen Stellen verbinden
Das ist aber nur die halbe Miete. Entscheidend dafür, ob und inwieweit Querschnittsverletzte verlorene Funktionen zurückbekommen, hängt vor allem davon ab, ob die Zellen sich auch an den richtigen Stellen miteinander verbinden.
Wissenschaftler aus Kalifornien haben nun ein entscheidendes Puzzleteil entdeckt. Sie haben herausgefunden, dass es extrem wichtig ist, a. von welcher Stelle im Rückenmark man die Vorläuferzellen entnimmt und b. wohin man sie transplantiert. [Achtung, jetzt wird es komplizierter] Möchte man zum Beispiel die Funktion des Hinterhorns im Rückenmark bestmöglich wiederherstellen, sollte man die Vorläuferzellen auch aus dem hinteren Teil des Rückenmarks entnehmen. Dann, so die Erkenntnis der Forscher, fügen sich die Zellen besonders gut ein. Sogar die verletzen Nervenzellen erkennen diese Strukturen und wachsen in die entsprechenden Gebiete hinein.

Noch befindet sich dieses Forschungsprojekt von Prof. Mark Tuszynski und seinem Team in einem frühen Stadium und es gilt noch einiges zu untersuchen, bevor sich daraus eine Therapie entwickeln könnte. Wir sind dennoch begeistert :-)

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