Die Geschichte hinter Team Max


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Max Rumball und seine Verlobte Valentina di Giovanni aus London unterstützen Wings for Life mit ihrem Team beim Wings for Life World Run. Als sie vor acht Jahren gemeinsam Australien bereist haben, hatte Max einen Surfunfall, der das Leben der beiden veränderte. Hier erzählen sie mehr.

Max, wie ist dein Unfall passiert?
M:
Ich war gerade im Wasser und bin gesurft. Plötzlich habe ich Menschen vor mir gesehen. Um nicht mit ihnen zusammenzuprallen, bin ich von meinem Surfboard gesprungen. Ich habe nicht gesehen, dass unter mir eine Sandbank war...

Valentina, wie hast du diesen Moment in Erinnerung?
V: Wir waren seit vier Monaten mit unserem Bus durch Australien unterwegs. Es war ein sonniger Tag am Strand. Dann hat Max beschlossen, aufs Surfboard zu steigen. Ich habe von weitem gesehen, wie er vom Board gesprungen und untergegangen ist – ich dachte erst, er macht nur Spaß.
Dann habe ich aber realisiert, dass er bewusstlos war. Ich lief aufs Meer zu und schrie. Ein Mann im Wasser wurde auf mich aufmerksam, hat Max geschnappt und ihn ans Ufer gebracht. Wir hatten nie die Gelegenheit ihm zu danken, aber ohne ihn wäre Max heute nicht mehr hier.

Wie war die Zeit danach, Max?
M: Ich war auf der Intensivstation, zehn Tage voll von Schmerz- und Beruhigungsmittel. Als der Arzt dann mit mir sprach, war ich auf Medikamente. Er hat mir gesagt, dass ich eine Rückenmarksverletzung auf C5 habe, aber es hat für mich keinen Sinn gemacht. Ich habe Wochen gebraucht, um mitzubekommen, was passiert war und was diese Diagnose bedeutet. Valentina hat sich um alles gekümmert. Später einmal hat sie mir erzählt, dass ich ganz früh sagte: „Vale, ich werde wieder gehen können.”

Und wie ging es dir, Valentina? 
V: Ich konnte nicht essen oder schlafen. Und ich konnte ihn nicht alleine lassen. Ich habe deshalb unseren Bus vor dem Spital geparkt. Die Ärzte und Krankenschwestern waren unglaublich – in der Nacht hatten sie ein Auge auf den Bus und ließen mich tagsüber im Spital duschen.

Hat sich eure Beziehung seit dem verändert?
V: Unsere Beziehung ist nicht anders als vorher. Wir streiten uns und wir schließen Frieden, wie jeder andere auch. Wir sind durch eine recht schwere Zeit gegangen, nachdem Max aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Ohne Job und ohne Haus. Die Last dieser Verletzung schien gerade am Anfang unerträglich. Aber ich glaube, es hat uns stärker und belastbarer gemacht.

M: Das stimmt. Die Herausforderung ist, sich nicht unterkriegen zu lassen.  

Max, gibt es etwas, dass du aus deinem Leben vor dem Unfall sehr vermisst?
M:
Ich würde sagen Rad zu fahren. Wir haben mittlerweile drei Kinder. Leonardo ist acht, Vivian 5 und Oliver 20 Monate alt. Sie mit ihren Rädern zu beobachten, erfüllt mein Herz.


Was sind die größten Barrieren in deinem Leben?
V: In den Urlaub zu fahren ist nicht einfach. Es bedarf viel Planung und Recherche, bevor wir loslegen können.  

Was denkst du über Wings for Life?
M: Ich glaube, sie machen großartige Arbeit. Rückenmarksverletzungen sind nicht lebensbedrohlich, darum werden sie weit weniger wichtig behandelt, als andere Verletzungen oder Krankheiten. Es ist wichtig, dass Menschen wissen, was eine Querschnittsverletzung ist, wie man damit lebt und wie wichtig es ist, eine Heilung zu findem.

Wie gefällt euch die Idee des Wings for Life World Run?
V: Ich mag die Tatsache, dass ich für Max laufe und so Aufmerksamkeit für seine Situation schaffe. Jedes Startgeld geht and Wings for Life und somit in Forschungsprojekte auf der ganzen Welt. So viele Menschen wissen nicht, was eine Rückenmarksverletzung ist und wie schnell sie einem passieren kann.

M: Valentina und ihre Freunde haben schon im letzten Jahr teilgenommen. Es fühlte sich an, als wären alle Teilnehmer eine große Familie. Heuer haben sie Team Max gegründet.

Was hat euch dazu inspiriert, dieses Team zu gründen?
V: Wir möchten Aufmerksamkeit schaffen und zeigen, dass wir den Schmerz teilenDie Tatsache, gemeinsam mit Freunden zu laufen hat mich aber motiviert weiter zu machen.

M: In diesem Jahr haben sich noch mehr Freunde als letztes Jahr angemeldet. Wir suchen aber immer noch nach mehr. Wir haben Freunde, die in Australien oder Italien laufen. Hoffentlich hat jeder Spaß dabei, gutes zu tun.

Team Max wird beim Wings for Life World Run in England, Australien und Italien am Start sein. Am 8. Mai kann man sich noch in ihrem Team anmelden oder sie bis 9. Mai auf der Fundraising Plattform unterstützen.