Wussten Sie, dass ...


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Querschnittspatienten Spasmen haben? Unser Kollege Wolfgang Illek ist Tetraplegiker und erklärt die Hintergründe.

Montagmorgen. Teammeeting. Plötzlich, ganz ohne Vorwarnung, beginnen meine Beine unkontrolliert zu zucken. Meine Muskeln am Rücken verkrampfen sich. Ich versuche dem mit meinen Händen entgegenzuwirken. Ohne Erfolg, denn jetzt machen sich auch die Muskelgruppen in meinen Armen und Händen selbständig und zucken genauso. Nach ein paar Sekunden ist alles vorbei und mein Körper wieder ruhig. Meine Kollegen kennen das bereits und wissen, dass es sich um sogenannte Spasmen handelt. Ein Begriff, der aus dem Griechischen (spasmós = Krampf) stammt.

Spasmen sind keine Krankheit, sondern Symptom für eine Verletzung des zentralen Nervensystems. Wegen der Schädigung von Gehirn oder Rückenmark sendet der Körper keine beruhigenden Signale mehr an die Muskeln. Die Folge: Eigenreflexe werden nicht mehr automatisch reguliert und Bewegungen unkontrollierbar.

Für Betroffene wirken sich Spasmen ganz unterschiedlich aus. Manche verspüren nur leichte Schmerzen, bei anderen wird die Lebensqualität durch schmerzhafte Muskelanspannung sehr stark eingeschränkt. Inkomplett Gelähmte zum Beispiel können aufgrund von Spastizität weniger lange stehen und von einem Moment auf den anderen ihr Gleichgewicht verlieren.

Spasmen können aber auch ihr Gutes haben. In meinem Fall werden dabei Muskelgruppen aktiviert, die ich nicht mehr willentlich ansteuern kann. So werden Blutzirkulation und Kreislauf angeregt. Ein permanenter Spannungszustand der Muskulatur kann Menschen mit einer hohen Querschnittslähmung sogar helfen, eine gewisse Körperstabilität zurückzuerlangen, was gerade beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl von Vorteil ist.

Helfen Sie uns, Querschnittslähmung heilbar zu machen und laufen Sie mit uns beim Wings for Life World Run für die Rückenmarksforschung.