© Michael Fehlings

Bildgebung des Rückenmarks: Eine Momentaufnahme


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Ohne die Entdeckung des Röntgens wäre es für einen Arzt zum Beispiel sehr schwierig, den Bruch eines Armes genau zu diagnostizieren. Die Röntgenbildgebung macht es Medizin und Wissenschaft möglich, in den Körper des Patienten hineinzusehen, ohne diesen aufschneiden zu müssen.

Grundsätzlich kann auch das Rückenmark mit Hilfe spezieller Bildgebungsverfahren sichtbar gemacht werden. Zu diesen Verfahren gehören die Magnetresonanz Tomographie (MRT), die Positronen- Emissionstomographie (PET) und die Computertomographie (CT). Aber leider ist die Bildgebung des Rückenmarks aus mehreren Gründen nicht so leicht wie die Darstellung eines gebrochenen Arms. 

Zu den größten Hindernissen zählen die anatomischen Gegebenheiten des Rückenmarks selbst. So ist das Rückenmark in dicke Schichten von Haut, Fett, Muskeln, Knorpel und Knochen eingebettet. Zusätzlich verursacht die Zirkulation der Rückenmarksflüssigkeit eine Bewegung  des Rückenmarks. Bisher erkennt man das Rückenmark daher nur als ein kleines, sich bewegendes Objekt, das in einer räumlich dicht geschlossenen Struktur liegt. Zusätzlich erschwert wird diese ohnehin schon komplizierte Situation durch Metallimplantate des Patienten, welche die derzeit vorhandenen Bildgebungstechniken stören.

Eine gute bildliche Darstellung des verletzten Gewebes ist aber überaus wichtig,  zum einen für eine bessere Beurteilung des Krankheitsverlaufes, zum anderen aber auch für die Forschung, um neue Therapieansätze besser beurteilen zu können.

Um die Entwicklung auf dem Gebiet „Bildgebung des Rückenmarks“ zu beschleunigen, hat Wings for Life gemeinsam mit der englischen Stiftung International Spinal Research Trust ein Experten-Meeting organisiert. Ziel dieses Treffens war es, einerseits den aktuellen Stand der Technik zu evaluieren und andererseits die Anforderungen für eine noch bessere Bildgebung des Rückenmarks zu ermitteln.

Während der Diskussionen  wurde klar, dass trotz des allgemeinen weltweiten Fortschritts bisher nur wenige Institute methodisch an der Bildgebung des Rückenmarks arbeiten und es einer breiten Anwendung sowie einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern, Geräteherstellern und Software-Entwicklungen bedarf. Beide Stiftungen kamen überein, eine solche konzertierte Aktion in einem Schritt zu initiieren. 

Hinweis:

Das Ergebnis dieses Imaging-Workshops wurde in zwei Publikationen des Magazins Neuroimage veröffentlicht. Der Artikel „The current state-of-the-art of spinal cord imaging: Methods” zeigt schwerpunktmäßig die technischen Schwierigkeiten auf. Die zweite Publikation “The current state-of-the-art of spinal cord imaging: Applications” konzentriert sich auf die klinische Anwendung neuester Techniken und deren Anpassung für  die Klinik.