Dr. Rosi Lederer
Dr. Rosi Lederer  © Stefan Voitl

Auswahlverfahren Forschungsprojekte


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Dr. med. Rosi Lederer ist bei Wings for Life für die gesamte Forschungskoordination, -administration und -förderung zuständig, ein Gebiet, auf dem sie mittlerweile mehr als 10 Jahre Erfahrung besitzt. In einem Interview gibt sie uns einen Einblick in ihre Arbeit.

Rosi, woran arbeitest Du momentan?
Derzeit treffen wir die Auswahl an Forschungsprojekten für die kommende Förderperiode. Jeder Antrag auf finanzielle Unterstützung, wird zunächst von externen Gutachtern bewertet. Diese Gutachten fordere ich nun ein, sichte sie und erstelle anschließend eine Art Rangliste.

Und was passiert im Anschluss?
Im nächsten Schritt organisiere ich eine gemeinsame Sitzung mit unseren wissenschaftlichen Direktoren, unserem Beratergremium sowie unserer Geschäftsleitung. Dann wird entschieden, welche Forschungsprojekte letztendlich gefördert werden. Die Sitzung wird voraussichtlich im März stattfinden.

Warum dauert dieser Prozess mehrere Monate?
Dieses Jahr zieht sich die Auswahl auch deshalb in die Länge, weil wir - erfreulicherweise - fast doppelt so viele Projekteinreichungen als gewöhnlich erhalten haben.* Und zum anderen benötigt eine professionelle Begutachtung natürlich auch eine gewisse Zeit.

Was ist der schwierigste Teil dieser Arbeit?
Eine große Herausforderung ist sicherlich die Auswahl der richtigen Gutachter. Für jedes Projekt müssen wir mindestens zwei Experten finden, die sowohl den speziellen Forschungszweig als auch die Relevanz für das Thema Querschnittslähmung optimal bewerten können. Zudem dürfen die Gutachter in keiner persönlichen oder beruflichen Beziehung zum jeweiligen Antragssteller stehen.

Wie beurteilst Du den aktuellen Stand der Forschung?
Viele Forschungseinrichtungen widmen sich mittlerweile dem Thema Querschnittslähmung und arbeiten mit Hochdruck an Lösungen für den Patienten. Insofern ist die Hoffnung auf einen Durchbruch nicht nur mehr eine Vision, sondern durchaus realistisch. Allerdings können wir derzeit nicht absehen, wie lange dies noch dauern wird. Bis dahin ist und bleibt die Rehabilitation der wichtigste Eckpfeiler für Patienten, um bestimmte Funktionen wieder zu erlangen.



*Gesamtanzahl: 144 (Anmerkung des Verfassers)