Abenteuer Outback


Zur Übersicht

Die Zwillinge Hugo und Ross Turner aus England sind, was man moderne Abenteurer nennt. Sie ruderten schon über den Atlantik, kletterten auf den höchsten Berg Russlands und machten eine Trekking-Tour über Grönlands Eisschild. Ihre neueste Expedition führte die 27-jährigen Brüder mit dem Motorschirm von der Südküste Australiens zu den Koordinaten 23,17° südliche Breite, 132,27° östliche Länge, einem Ort, der auch als Australiens „pole of inaccessibility“ bekannt ist.

Idee, Training und Abflug 
Die Idee für die „Red Pole Expedition“ – um das Projekt beim offiziellen Namen zu nennen – entstand auf einer Veranstaltung von ParamotorHerstellern. Hugo und Ross Turner hielten dort einen Vortrag und erfuhren, dass sie in England für das Fliegen mit einem Paramotor keine Lizenz, sondern lediglich eine ordentliche Anzahl an Trainingsstunden brauchten. Die Zwillinge witterten das nächste Abenteuer und suchten nur noch nach dem perfekten Ort für ihre luftige Expedition. „Das australische Outback schien uns perfekt. Zum einen ist noch nie jemand mit dem Schirm zu diesem einsamen Fleck geflogen. Zum anderen wollten wir Australien schon immer aus einer anderen Perspektive erkunden.“


Vor ihrer Abreise absolvierten Hugo und Ross ein sechsmonatiges Training in ihrer englischen Heimat. Sie freundeten sich schnell mit ihren neuen Fortbewegungsmitteln an. „Man fühlt sich unheimlich frei damit, weil man nicht wie im Straßenverkehr an fixe Routen gebunden ist“, so Hugo. „Man muss eventuell dem einen oder anderen Baum ausweichen, aber theoretisch kann man mit diesen Fluggeräten überallhin.“

Wie alles begann
Paradoxerweise weckte ein schwerer Freizeitunfall von Hugo die Abenteuerlust der beiden.
Im Alter von 17 Jahren verletzte er sich während eines Tauchgangs an der Halswirbelsäule und entging nur knapp einer Querschnittslähmung. „Glücklicherweise erlitt ich keine dauerhaften Schäden am Rückenmark, aber ein Teil meines siebten Halswirbels musste durch einen Metallkäfig ersetzt werden“, erklärt Hugo. Zunächst prognostizierte man dem Sportler, er würde nie wieder gehen können. Doch nach einem langwierigen Heilungsprozess konnte er vorsichtig wieder die ersten Schritte machen. „Heute geht es mir eigentlich wieder gut, obwohl ich jeden Tag unter Rückenschmerzen leide und nur eine begrenzte Bewegungsfreiheit im Nackenbereich habe. Wenn man aber das große Ganze betrachtet, bin ich mit einer Schramme davongekommen.“ Der Unfall veränderte Hugos Leben. Und auch das von Ross, denn die Brüder entschlossen sich, von nun an gemeinsam die Welt zu erobern, Expeditionen durchzuführen und dabei ihre eigenen Grenzen auszuloten.

Höhen und Tiefen
Für ihren Trip durch beziehungsweise über den roten Kontinent wählten sie die Stadt Port Augusta an der Küste des Bundesstaats South Australia als Ausgangspunkt. Von dort aus flogen sie zunächst Richtung Norden, folgten eine Zeitlang dem ungepflasterten Oodnadatta Track, dann ging’s weiter über Alice Springs bis zu besagtem Red Pole, dem „Pol der Unzugänglichkeit“.
Stets mit dabei: ihr Coach Kester Haynes und das Begleitfahrzeug mit Kraftstoff, Nahrung und elektronischen Geräten.


Auf ihrer Route passierten sie ein paar Städte und Siedlungen, im Großen und Ganzen sahen sie aber fast nichts als Wüste. Ein Highlight war der Überflug von „Plane Henge“, einer Skulptur aus schrottreifen Flugzeugen mitten im Nichts. „Das war ziemlich eigenartig, wenn auch sehr beeindruckend.“


Die meiste Zeit flogen Hugo und Ross in einer Höhe zwischen 500 und 1.000 Metern. Hoch genug für einen atemberaubenden Überblick, aber tief genug, um Kängurus zu sehen. Bald fanden sie auch heraus, dass die Perspektive einem auch gerne Streiche spielt, vor allem während des Versuchs, am Ziel ihrer Reise zu landen. „Na ja“, beginnt Hugo etwas verlegen. „Wir dachten, neben dem Red Pole ein üppiges grünes Feld zu sehen. Wir setzten zur Landung an, und erst im letzten Moment erkannten wir, dass das vermeintliche Feld in Wahrheit aus dichtem Gebüsch und Bäumen bestand.“

Mitten im Nirgendwo 
Die Zwillinge schafften es in der Dämmerung zwar heil auf den Boden, starten konnten sie aber nicht mehr. Zum Glück war Kester noch in der Luft und flog zurück in Richtung Begleitfahrzeug. Den zweien blieb nichts anderes übrig, als zu warten und zu hoffen, dass Kester sie wiederfinden würde. Zweieinhalb Stunden später erspähten sie zum Glück Scheinwerfer in der Ferne. „Das ist eben alles Teil des Abenteuers“, so die Brüder. „Man kann alles planen, das Leben wird einen trotzdem manchmal aus der Bahn werfen. Dann muss man sich auf neue Situationen einstellen.“


Am nächsten Morgen erkundeten sie endlich das Ziel ihrer Reise, jenen „unzugänglichen Pol“, der am weitesten von Australiens Küste entfernt ist. Vor ihrer Expedition hatten sie keine Fotos davon im Internet finden können und waren deshalb nicht allzu überrascht, als sie feststellten, dass es dort nicht viel zu sehen gab. „Wir fanden eine kleine Plakette und hinterließen einen Geocache für alle, die nach uns den Pol besuchen“, so Hugo. „Ich glaube allerdings nicht, dass sich dieser Ort in naher Zukunft zum nächsten Wahrzeichen Australiens entwickeln wird.“

Hugo und Ross Turner haben damit 1550 Euro gesammelt und planen künftig noch mehr Spenden zu sammeln um auf die Rückenmarksforschung aufmerksam zu machen. Hier können Sie ihr nächstes, bevorstehendes Abenteuer unterstützen :-)

 

ES MUSS JA KEIN AUSTRALIEN-TRIP SEIN
Haben auch Sie eine kreative Idee, uns zu unterstützen? Schreiben Sie uns einfach an office@wingsforlife.com
Jede Spende fließt zu 100 Prozent direkt in die Rückenmarksforschung.

 

• EIN KLEINER AUSZUG WEITERER SPENDENAKTIONEN • 

• Matthias Beitmann aus Deutschland verzichtete auf Geburtstagsgeschenke und sammelte im Rahmen seiner Feier 1.725 Euro für uns. Der Österreicher Sepp Neubauer machte dasselbe. Zu seinem „Runden“ gab es keine Geschenke, dafür 2.252 Euro für Wings for Life.

• Adam Darby legte 360 Meilen (ca. 580 km) mit seinem Fahrrad von London nach Amsterdam zurück. Vier Tage war er unterwegs und sammelte damit 2.000 Euro für die Rückenmarksforschung.

• Dr. Herbert und Eveline Guschlbauer eröffneten ihr Gesundheitszentrum Medizell und baten ihre Gäste um Spenden. 3.295 Euro kamen dadurch zusammen.

• Die Engländerin Danielle Aspital lief den Silverstone-Halbmarathon und den Wimbledon-Halbmarathon. Ihre dabei lukrierte Spendensumme: knapp 500 Euro.

• Anne MacAskill, 67 und Mutter von Danny MacAskill, und Kay Simpson, 69, nahmen an der Mongol Rally teil. Ein 10.000-Meilen-Trip über Berge, durch Wüsten und Steppen. Sie sammelten damit rund 5.500 Euro.

• Beim 3. Salzburger Cityjump spendeten die Zuschauer 3.840 Euro.

 • Richard Wise sammelte knapp 300 Euro für Wings for Life, indem er am 720 Kilometer langen „Raid Pyrenean“- Radrennen vom Atlantik zum Mittelmeer teilnahm.

 • Und auch heuer luden die Veranstalter der Alber Sport Golf Charity wieder aufs Green. Bis jetzt kamen so bereits 18.000 Euro für die Rückenmarksforschung zusammen.

Vielen Dank an alle, die uns so großartig unterstützen :-)